Gerhard Scheits neustes Buch Im Ameisenstaat: Von Wagners Erlösung zu Badious Ereignis besticht dadurch, dass der Autor fast pedantisch auf der Differenz zwischen Begriff und Sache, in den Obertönen sozusagen, insistiert und dort oftmals ‚den Hebel‘ zur Kritik ansetzt, ohne jedoch das Thema, den Grundton, wenn man so will, zu ignorieren.

Im Windschatten der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und insbesondere seit dem 2015 in Wien am Theodor-Herzl-Platz ausverhandelten Atomabkommen konnte das Regime der Ajatollahs und Revolutionswächter seine Macht in der Region des Nahen und Mittleren Ostens massiv ausbauen.

Als der Westdeutsche Rundfunk Ende Juni die Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa« schließlich doch noch ausstrahlte, veröffentlichte er dazu auf seiner Website bekanntlich einen journalistisch wie inhaltlich äußerst fragwürdigen »Faktencheck«.

Als ich das erste Mal die Worte Adornos las, laut denen keine Utopie eine solche sei, ohne die Abschaffung des Todes, war dies wie ein völlig einverständiges Wiederlesen und weckte zugleich eine lang vergessene Trauer. Erst nach einiger Zeit fiel mir auf, dass meine erste kindlich-„intellektuelle“ Auseinandersetzung mit dem Tod und der Sterblichkeit im Universum Tolkiens stattgefunden hatte.

Die Anbieter von Ewigkeitsoptionen wie Auferstehung, Wiedergeburt oder Weiterfeiern in Walhalla leiden schon seit einiger Zeit an einem gewissen Glaubwürdigkeitsverlust. Hoch im Kurs stehen hingegen technische Lösungsansätze, sich dem leidigen Ableben zu entziehen.

Heute vom Atomkrieg zu sprechen erhält leicht etwas Anachronistisches. Wo der kalte Krieg als Anästhetikum für den Holocaust wirkte und einen »Zeitkäfig«[1] herstellte, wird er heute selbst anästhesiert durch eine grimmiger gewordene bürgerliche Ideologie.

Der Pessimismus in seiner populären Form ist eine Lebenslehre, darin nicht unterschieden von Hedonismus, Epikureismus und anderen philosophischen Schulen einer Zeit, als die Philosophie sich von den Erfordernissen der Praxis noch kaum emanzipiert hatte. In gewisser Weise ist er sogar eine Lehre vom guten Leben.

Fünfzig Kilometer östlich von Brünn schlenderten der Dozent und Herr Groll durch einen Schlosspark. Den unbefestigten Weg säumten ausladende Eichen, morsche Eschen und einige alte Platanen. Gemessenen Schrittes näherten die beiden Freunde sich dem Schloß Slavkov u Brna, das auch unter dem Namen Austerlitz bekannt ist. Das Schloß sei die Heimstätte eines berühmten österreichischen Adelsgeschlechts, erzählte der Dozent.

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