IV
Kampfpiloten der Sehnsucht oder: zur politischen Ökonomie eines Rackets

Im Mai 1968 explodierte der Unmut einer Generation in den Straßen von Paris, Student_innen und Arbeiter_innen demonstrierten, Barrikaden wurden errichtet und Poster gedruckt. Einer der populärsten Slogans lautete: Alle Macht der Fantasie!

Nach seinem vielgelobten Roman »Yorick – Ein Mensch in Schwierigkeiten« hat Philip Hautmann die Romanform weitgehend hinter sich gelassen und die sprechenden Titel seiner neuen Bücher auch in relativ unkategorisierbare textliche Formen gegossen: Sowohl »Der uninterpretierbare Traum« als auch »Das Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken« stellen Überlegungen, Bewusstseins- und Sprechströme an, die frei flottieren – zwischen Kosmos und Chaos

Eine Werkschau im Angesicht des Autors zu verfassen, hat immer das Potenzial, wie eine versuchte Beerdigung inmitten seines Schaffens zu wirken. Aber genau ein Jahr nach der Veröffentlichung von »Soumission« erscheint nun der erste, 1.200 Seiten starke Band des Gesamtwerkes mit den Arbeiten von 1991 bis 2000. Ironischerweise wird man also dem Autor vielleicht gerade dadurch gerecht.

Im Frühjahr 1938 wurde ein zehnjähriger Knabe gemeinsam mit seinen Bruder am Hamburger Hauptbahnhof in einen Zug gesetzt und nach Florenz gebracht. Noch weiß der Knabe nicht so genau, warum er ohne Eltern nach Italien fahren muss, wenngleich er auch ahnt, dass mit ihm etwas ‚nicht stimmt‘. Seine jüdische Herkunft war ihm insofern rätselhaft, als das Judentum in der protestantischen, großbürgerlichen Familie überhaupt keine Rolle spielte.

Seit einigen Jahren erfährt die Kritik an Psychologie und Psychiatrie, die zeitweilig in den Hintergrund trat, wieder etwas Aufwind; Tagungen und Salons werden organisiert, Zeitschriftenprojekte reaktiviert. Da ist es nur konsequent, dass auch ein Sammelband zu diesem Thema erscheint.

Beginnen wir mit einer fiktiven Geschichte. Eine junge Architektin, verheiratet, erfolgreich, Mutter einer Tochter, begibt sich in psychiatrische Behandlung. Sie leidet an Panikattacken. Ihr Psychiater beginnt eine medikamentöse Therapie, die nach eineinhalb Jahren unterbrochen wird, da die Patientin aus beruflichen Gründen ins Ausland geht.

Das Wort Welsch ist ausgestorben, bloß im Kauderwelsch, dem Ausdruck für unverständliches Geschwafel, lebt es fort. Dessen Bedeutung kennt man zwar, nicht aber seine Herkunft. Als welsch bezeichneten die Deutschsprachigen einst romanische Idiome, und als Welschen die Romanen, besonders Italiener, manchmal weitete sich der Begriff zum Synonym für Süd- und somit Femdländisches aus.

Ahmad Mansour rückt mit seinem Bestseller vieles zurecht, was an Verharmlosendem über den Islamismus kursiert.

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