Die feministische Philosophin und (Reproduktions-)Arbeitsaktivistin Silvia Federici räumt in ihrer zuerst 2004 erschienenen Monographie Caliban and the Witch mit zwei im historischen und populären Diskurs um die europäische Hexenverfolgung der frühen Neuzeit weit verbreiteten Thesen auf: zum einen mit der Idee von frühem Kapitalismus als sozial fortschrittlicher und notwendiger Entwicklung im Zuge einer aufgeklärten bürgerlichen Emanz

1. Gedankenausflug
Ich lade Sie ein, mir in einen großen schmucklosen Raum zu folgen. Stellen wir uns vor, 15 Menschen diskutieren darin über ein bestimmtes Thema. Einige vertreten ähnliche, andere wiederum gegensätzliche Meinungen, und natürlich verfolgen sie auch nicht die gleichen Interessen.

Das Maxim-Gorki-Theater ist bekannt dafür, die Position der minority identity politics zu vertreten.

Der Film beginnt mit einem Anhaltspunkt, von dem aus die Geschichte einen Anfang von vielen nimmt: zu sehen ein Maisfeld, ein Mähdrescher in Betrieb, wolkenloser Himmel. Noch keine Orientierung. Nachdem das Erntegerät verstummt ist, setzt die Stimme des Regisseurs aus dem Off ein: »Nadrensee, Mecklenburg-Vorpommern, 29. Juni 1992«.

Als ich 2013 zu studieren begann, hatte ich bereits eine Vorahnung, dass die Ausbildung in diesem Institut mit meiner sozialen und politischen Position stark verbunden sein wird. Mich motivierte die Tatsache, dass ich bald in der Lage sein würde aus dem Fach heraus eine »legitime« Kritik zu formulieren und eine neue Perspektive auf das Erforschen von Roma durch anthropologische Methoden zu entwickeln.

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch: In den 1980ern schlugen Wissenschaftler Alarm, weil die Konzentration von atmosphären- und klimaschädlichen Gasen bedrohliche Ausmaße angenommen hatte.

»Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebne Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauerhaften Quellen dieser Fruchtbarkeit.

Ein sonderbares Nachmittagskonzert in der Kölner Philharmonie im März 2016: Lautes Lachen, Klatschen und Pfeifen eines Teils des Publikums zwingen den iranischen Cembalisten Mahan Esfahani, die Aufführung von Steve Reichs »Piano Phase« nach fünf Minuten abzubrechen.

»Islamismus und Kollaboration« – »Der Beitrag von französischen und europäischen Linken und Liberalen bei der Errichtung des Islamismus und Antisemitismus« – so heißt das 2017 erschienene Buch des Schweizer Philosophen Stefan Zenklusen. Der im Hintergrund-Verlag veröffentlichte Essayband möchte ein Einspruch gegen die »jahrzehntelange Beschweigung und Negierung der islamspezifischen Alltagsgewalt in Frankreich« (Zenklusen 2017) sein.

Wer den Islam auf fundamentale Weise kritisiert und dies auch öffentlich begründet1, kann früher oder später unter einem eigenen Artikel den Satz lesen: »Das könnte auch im Stürmer stehen!«2 Dabei müsste man wahrlich nicht in Archive rennen und lange Recherche betreiben, um diese Erscheinung linksdeutscher »Kritik« der Islamkritik als unwahr zu denunzieren.

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