Diesmal ist mein Interviewpartner Rainer Ganahl. Rainer war in den 80ern vorerst als Videokünstler, später als Konzeptkünstler tätig. Er hat den Computer wie viele andere österreichische Künstler vorerst als reines Werkszeug für seine Videos verwendet. Rainer war bis Mitte der 80er sehr in Wien tätig, ich glaube, dann ist ihm langweilig geworden und er hat sich in ganz Europa an mehreren Kunsthochschulen rumgetrieben.

Siegfried Kracauer wird größtenteils als Filmhistoriker, Filmtheoretiker, als ein der Kritischen Theorie nahestehender Essayist rezipiert. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie mit dem von Ihnen herausgegebenen Buch die Wahrnehmung des Kracauerschen Schaffens doch sehr erheblich erweitern wollten?

Diesen Winter hat der in Linz gebürtige Autor Philip Hautmann im Wiener Trauma Verlag seinen ersten Roman herausgebracht. »Yorick – ein Mensch in Schwierigkeiten« handelt auf den ersten Blick von einem von sich selbst überzeugten eigenbrötlerischen Protagonisten und seinen wunderlichen Abenteuern mit künstlerischen Phantasten, einem Philosophenzirkel und einem geheimnisvollen Milliardär.

Nicht selten tragen Gedenktage am meisten zum Vergessen bei. So ergeht es in diesem Jahr Gustav Mahler. Die Feier seines Todestages wird – nicht anders als die seines Geburtstags im vergangenen Jahr – begangen, als wäre mit der Renaissance seiner Musik seit den 1960er Jahren auch nichts mehr über die Abwehr zu sagen, die ihr einmal entgegengesetzt wurde.

Die erste Abteilung in die ich Sie, werter Freund, führen will, ist eine österreichische Hauptabteilung, ich nenne sie »Superlativ und Versagen«. Wie Karl Kraus nachgewiesen hat, ist der Superlativ in der politischen Sphäre nichts anderes als das Eingeständnis der eigenen Tatenlosigkeit. Wenn man nur tätig wird, wenn der Status des Weltbesten winkt, kann man gleich die Hände in den Schoß legen und auch das Machbare nicht tun.

Kommentatoren wie beispielsweise Karim El-Gawhary erklären den Israelis, sie sollten sich nicht soviel Sorgen machen und auch einmal das Positive sehen.

Sie kamen überraschend und breiteten sich wie ein Lauffeuer aus – die Aufstände in den arabischen Staaten, die ihren Ausgangspunkt in Tunesien mit dem Sturz des Diktators Ben Ali nahmen und innerhalb kurzer Zeit zu größeren und kleineren Aufständen in fast allen anderen arabischen Ländern führten. Thomas von der Osten Sacken hat sie vor Ort miterlebt.

Historisierung von Nationalsozialismus und Antisemitismus bedeutet heute auf der politischen Ebene die Instrumentalisierung des Antifaschismus zur Legitimierung von Ideologie und Stiftung von Gemeinschaft.

»Opa war kein Nazi« – unter diesem Titel analysierte die Forschungsgruppe um den Sozialpsychologen Harald Welzer Anfang des Jahrtausends Strategien, die Verstrickung der eigenen Familie in den Nationalsozialismus zu verdrängen. Das Buch zeigt, mit welchen narrativen Tricks aus Tätern oder Mitläufern widerständige Menschen und/oder Opfer werden, kurz, wie im familiären Rahmen Geschichte geschrieben, man könnte auch sagen, umgeschrieben wird.

»die menschen haben die götter gemacht. die menschen sind also kleine götter, also sehr kleine. sehr sehr sehr kleine götter.« Ronald M. Schernikau, Legende

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