Für Verfechter des Kampfbegriffs »Islamophobie«, der im Rahmen einer Immunisierungsstrategie gegen Kritik in den letzten Jahren Karriere gemacht hat, wurde durch das Massaker von Oslo endgültig bewiesen, dass der traditionelle Antisemitismus durch einen Hass auf den Islam abgelöst worden sei.

Die Feststellung ist nicht gerade neu und auch nicht sonderlich originell. Dass Blödheit medial fabriziert wird, ist seit Erfindung »der Medien« ein beliebter Topos kulturpessimistischer Dystopien. Was wurde da nicht schon alles vorausgesagt. Nicht umsonst gleichen sich die Aufschreie der letzten 50 Jahre immer wieder so sehr.

Mediale und persönliche Berichte von Paraden in Ost/Südosteuropa stehen oft im Zeichen eines Nachentwicklungsdiskurses, der den demokratischen Westen mit Emanzipation und Menschenrechten einem Osten gegenüberstellt, in dem es noch viel zu entwickeln gäbe. Für Ungarn ist dieses Bild allerdings doppelt falsch: Nicht nur die Glorifizierung liberaler kapitalistischer Demokratie als Ziel jeder Entwicklung ist problematisch.

Nach einer mehrjährigen Schaffenspause meldet sich Chester Brown nun wieder zurück. »Paying For It – A Comic-Strip Memoir About Being a John« lautet der Titel seiner jüngsten Graphic Novel, in der sich der heute 51-jährige Zeichner an seine aktiven Jahre als Freier erinnert.

Zahlreiche Sex Shops, Laufhäuser, Bordelle, Peepshows... Die lukrative Sexindustrie wird oft mit einem voyeuristischen Blick betrachtet. Sexar-beiter_innen werden meist auf ihre Tätigkeit reduziert und zu Opfern gemacht. Obwohl sie die zentralen Akteur_innen sind, werden ihre zunehmende Prekarisierung, ebenso wie ihre Rechte und Widerstandsstrategien ausgeblendet.

Fälschlicherweise wird Sexarbeit häufig als das »älteste Gewerbe der Welt« bezeichnet. Zwar ist das Anbieten und Ausüben von sexuellen Dienstleist-ungen in Österreich grundsätzlich legal, dennoch sind Verträge, die sexuelle Dienstleistungen (SDL) gegen Entgelt beinhalten, ungültig.

Groll und der Dozent saßen in der Kärntner Straße in einem Café. Der Dozent wollte mit Groll über die neuesten Entwicklungen in Kärnten sprechen. Sie sollten eingangs das bei ihnen beliebte Vorlesespiel absolvieren, das würde Kopf und Gemüt für das Kommende aufhellen. Das Vorlesespiel bestand darin, daß der Dozent einen Text vorlas, und Groll müsse raten, aus welcher Zeitung der Ausschnitt stamme. Groll lehnte sich in seinem Rollstuhl zurück.

»In einer Konsensgesellschaft unterdrückt man das gefährliche Denken durch zwei sehr bewährte Mittel. Man überträgt ihm gesellschaftlich einen Geruch. Denken ist peinlich, vor allem öffentlich. Eine Art, sich danebenzubenehmen. Und weil aber das Denken trotz allem nie ganz verleugnen kann, aus einem Vergnügen entstanden zu sein (the best things in life are free!), geht es darum, andere Dinge an seine Stelle zu setzen.

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