Der grüne Prophet

Über den Ökosozialisten Andreas Malm.

Seit der Entstehung der modernen Umweltbewegung in den 1970er Jahren ist das Verhältnis zwischen „Roten“ und „Grünen“ von wechselseitigem Misstrauen geprägt. In den Augen der Grünen handelt es sich bei der Sozialdemokratie und ihre kommunistischen Filiationen um anachronistische Anhänger eines Industrialismus, der die natürlichen Grenzen des Wachstums missachtet und oberflächlichen Genüssen verfallen ist. Die Roten sahen in den Grünen dagegen alternativ verkleidete Kinder des Bürgertums, die die Arbeiter um ihre hart erkämpften materiellen Verbesserungen bringen und eine antagonistische, weltverändernde Klassenpolitik durch das Projekt einer gemeinsamen Bewahrung der Natur ersetzen. Die Animositäten setzten sich im Feld der Theorie fort. Marx galt der Umweltbewegung als Prophet der Naturbeherrschung. Umgekehrt stand die Ökologie im Verdacht, aus der Romantik oder noch trüberen ideologischen Quellen zu schöpfen.

Diese Konstellation hat sich seit den 1990er Jahren verändert und zwar nicht nur, weil von den Roten nach dem Ende der Sowjetunion wenig übriggeblieben ist. In den neu entstandenen Klimabewegungen verdrängte eine Orientierung an Umwelt- und Klimagerechtigkeit ältere ökologische Denkrichtungen wie die zivilisationskritische Tiefenökologie. Der heutigen Klimabewegung geht es weniger darum, eine (imaginierte) Wildnis in Reservaten zu schützen. Stattdessen kämpft sie vor allem mit Blick auf das menschliche Leid, das eine profitgetriebene Zerstörung des Planeten hervorbringt – wobei gerade die Massen im globalen Süden am meisten leiden, die am wenigsten durch Emissionen zum Unheil beigetragen haben.

Auf dem Gebiet der Theorie entstand seit den 1990er Jahren rund um die amerikanische Zeitschrift Monthly Review ein neuer Ökomarxismus. Ausgehend vom Marxschen Theorem des „unheilbaren Riss“ im gesellschaftlichen Stoffwechsel mit der Natur zeigte etwa John Bellamy Foster in seinem Buch Marx’s Ecology (2000) auf, dass Naturzerstörung der kapitalistischen Produktionsweise inhärent ist und dieser Zusammenhang für jede sozialistische Theorie und Praxis zentral sein muss.

Solche Grundlagenarbeit bereitete das Feld für die originellen Studien des schwedischen Humanökologen Andreas Malm. Seit seiner Dissertation Fossil Capital (2016) ist er zu einer der wichtigsten Stimmen des ökologischen Denkens, ja, der kritischen Theorie überhaupt avanciert. Denn Malm zeigt in seinen Arbeiten, dass sich die Ökologie nicht zu einem Spezialgebiet kompartmentalisieren lässt. Der Klimawandel ist eine grundstürzende Erfahrung, die im 21. Jahrhundert eine neue Interpretation des gesamten Lebensprozesses erzwingt. Die Überzeugung, dass eine solche umfassende Selbstverständigung der Menschheit in dieser ungewissen Situation aufgegeben ist, mag Malm zu seiner rastlosen Produktion an- und ihn dabei über enge akademische Disziplingrenzen hinaustreiben.

In seinem 2018 erschienen Buch The Progress of this Storm geht Malm zwei zentralen philosophischen Fragen nach, die sich in Anbetracht des Klimawandels stellen: wie ist das Verhältnis von Natur und Gesellschaft zu verstehen? Und wie muss heute über Geschichte nachgedacht werden, wenn wir die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen menschlicher Gesellschaften als Fluchtpunkt gegenwärtiger Entwicklungstendenzen in Rechnung stellen?

Der Klimawandel erschüttert neben den Ökosystemen auch die Weltanschauungen, in denen sich Moderne und Postmoderne eingerichtet hatten. „Wenn die Postmoderne ein Unbehagen aufgrund einer Amnesie und Verdrängung ist – als ob die Zeit und die Natur tatsächlich verschwunden wären – könnten wir den Zustand der Erwärmung im doppelten Sinne des Wortes als Realisierung einer grundlegenderen Krankheit oder Falschheit in der Welt betrachten.“

Geschichte und Natur sind irgendwie zurückgekehrt und machen sich nun gewaltsam geltend. Malm eruiert, was das genau bedeutet und von welchen ontologischen Status die Gegenstände, Prozesse und Handlungen sind, die den Klimawandel konstituieren. Dies geschieht in Auseinandersetzung mit konkurrierenden philosophischen Strömungen wie dem Sozialkonstruktivismus, der Akteur-Netzwerk-Theorie, dem Neuen Materialismus, dem Posthumanismus und verschiedenen Spielarten des ökologischen Marxismus, „die alle versuchen mit dem Wirrwarr zwischen Sozialem und Natürlichem zurande zu kommen. Kann eine von ihnen uns eine Landkarte an die Hand geben, mit der wir den Weg nachvollziehen können, den der Sturm nimmt?“

Die globale Erwärmung steht zwar im Zentrum aller seiner Bücher und Aufsätze der letzten Jahre, doch nähert sich Malm seinen Gegenstand mit einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden und Fragen. Von der Atmosphärenchemie zur Literaturwissenschaft, von der Metaphysik zur Kritik der politischen Ökonomie und von der Technikgeschichte zur Revolutionstheorie zieht Malm alle Register, ohne dass sich dabei ein Eindruck von Effekthascherei und Beliebigkeit einstellte.

In seiner markanten Schreibweise gelingt es Malm zudem mehrere Vorzüge zu vereinen, die selten gemeinsam auftreten. Er betreibt empirische Forschung in steter Rückbindung an theoretische Debatten und argumentiert analytisch scharf, ohne sich in Scholastik zu verlieren. Seine Texte sind polemisch, ohne ins Geschimpfe abzurutschen und dabei durchdrungen von einer politischen Leidenschaft, die mitunter Züge prophetischen Zorns annimmt. Walter Benjamin ist hier sein Gewährsmann.

Malms Büchern merkt man an, dass es beim Klimawandel um etwas – oder besser: – um alles geht. Plastisch schildert er die Schrecken von Dürren, Fluten und Wirbelstürmen, die grausame Heimsuchung der Menschen durch die aufgepeitschten Naturgewalten. Im Gegensatz zu den wirren Bilderwelten apokalyptischer Offenbarungen bleibt seine Darstellung nachvollziehbar und wohl strukturiert. Seine Rede lädt nicht zur wohligen Einrichtung im Fatalismus ein, sondern geht – in bester prophetischer Tradition – gerade darauf, das Unheil so weit als möglich durch eine radikale Umkehr abzuwenden. Verzweiflung wird produktiv im Hass auf die Ursachen der Katastrophe.

Diesen Ursachen geht Malm in Fossil Capital nach. Um zu klären, „wie wir in diesen Schlamassel hineingeraten sind“ legt er die Wurzeln der Globalen Erwärmung offen, wie es im Untertitel des Buches heißt. Wenig verwunderlich ist zunächst, dass seine Spurensuche ihn ins England des frühen 19. Jahrhunderts führt. Mit der kohlebetriebenen Dampfmaschine setzt sich in der dortigen Textilindustrie erstmals fossile Energie als Antriebskraft von Maschinen durch. Dies ist der Grundstein eines fossilen Energiesystems, das in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten global ausgreifen und sich dabei mehrfach technisch revolutionieren wird. Anstatt nun diese Geschichte rein positivistisch als abgeschlossene Ereignisfolge nachzuzeichnen, fragt Malm systematisch nach den sozialen Triebkräften, die in diesen Erscheinungen wirken. 

Entscheidend ist zunächst zu verstehen, dass die Durchsetzung des neuartigen Energiesystems keinen „logischen“ Entwicklungsschritt darstellt. Neue Technologien setzen sich nicht unbedingt deshalb durch, weil sie ein neues Maß an Rationalität oder Effizienz verkörpern. Geschichte ist kein Prozess der Verwirklichung der Vernunft. Im Rückblick aus einem durch und durch vom fossilen Energieverbrauch geprägtem Alltagsleben scheint es zwar, als habe sich das fossile Energiesystem notwendig gegen die vermeintlich primitive Wind- und Wasserkraft durchsetzen müssen. Die historische Rekonstruktion zeigt jedoch ein weitaus komplexeres Bild. Der Einsatz von Dampfmaschinen war nicht nur teurer und barg zahlreiche Gefahren, obendrein entwickelten zeitgenössische Ingenieure die Anwendungsmöglichkeiten der Wasserkraft stetig weiter. Hier brachen Entwicklungspfade ab, Potentiale blieben ungenutzt.

Am historischen Material lässt sich zeigen, dass die Gründe für die Etablierung des fossilen Energiesystems in den spezifischen Interessenlagen und Erfordernisse der kapitalistischen Produktions-, Eigentums- und Klassenverhältnisse zu finden ist. Die Vorteile liegen im stofflichen Profil der Kohle begründet, insofern deren Materialität sich perfekt in die kapitalistische Produktionsweise einpasst.

Im Gegensatz zu einem Fluss fügt sich Kohle aufgrund ihrer dinglichen Gestalt mühelos in die Form des Privateigentums, da sie nicht kooperativ verwaltet werden. Zugleich erhöht sie die Kontrolle des Kapitalisten über den Produktionsprozess, über die Maschine und deren Anhängsel, die ArbeiterInnen. Kohle ist transportabel, lagerfähig und in nahezu beliebigen Mengen an beliebigen Orten und zu beliebigen Zeiten konsumierbar. Kohle verspricht eine stoffliche Basis für die unendliche Erweiterung der Produktion und ermöglicht Unabhängigkeit von Jahreszeiten und Wetterlagen, sowie von spezifischen (ländlichen) Topographien und der dort ansässigen Arbeitsbevölkerung. Kohle befreit die Produktion scheinbar von den Kapriolen natürlicher Energieflüsse und ermöglicht so die charakteristische 24/7-Raumzeit des Kapitalismus.  

In der Verschmelzung des unendlichen Drangs zur Akkumulation mit der stofflichen Grundlage eines fossilen Energiesystems entsteht eine fossile kapitalistische Ökonomie, wobei die Produktionsverhältnisse hier das übergreifende Moment darstellen. Geschichtstheoretisch gesprochen verwirft Malm mit dieser Erklärung eine causa-sui-Theorie der Produktivkräfte, nach welcher deren autonome Entwicklung die letzte Ursache des sozialen Wandels wäre, wobei er in der Sache mit dem reifen gegen den frühen Marx argumentiert.

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Bekanntlich ist es mit der Interpretation der Welt nicht getan, es kommt auf ihre Veränderung an. Und so korrespondiert der Frage nach dem Anfang der fossilen Ökonomie die Frage nach ihrem möglichen Ende. Ist die erste eine Frage der richtigen Erkenntnis, so ist die zweite eine Frage des richtigen Handelns. Ihr hat Malm seine zwei neusten Bücher gewidmet, die beide 2020 erschienen sind: Wie man eine Pipeline in die Luft jagt und Klima / X, dessen englischer Originaltitel Corona, Climate, Chronic Emergency mehr über den Inhalt verrät.[1

Mit dem Fortbestand von business as usual sind gewaltige Profitinteressen mächtiger Akteure verbunden. Daher wird das fossile Kapital keines natürlichen Todes sterben, schlussfolgert Malm korrekt. Die politische Strategie, die er zu dessen Überwindung vorschlägt, ist jedoch aus mehreren Gründen nicht überzeugend.

Zunächst ist eine stillschweigende Verschiebung zwischen der Ebene der Ursachenforschung und jener der politischen Zielbestimmung festzustellen. In Fossil Capital und dem äußerst instruktiven Kapitel zu den sozialökologischen Ursachen von Pandemien in Klima / X zeigt Malm, dass die gegenwärtige Naturzerstörung ihren letzten Grund in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen hat. Das Wertgesetz wirkt als eine „Metatriebkraft“, dessen Spuren in den verschiedenen ökologischen Krisen der Gegenwart wiederkehren. Im unendlichen Prozess der Akkumulation wird die stoffliche Welt immer extensiver und intensiver in Wertschöpfungsketten hineingezogen, ohne dass dabei auf eine nachhaltige Reproduktion von Ökosystemen Rücksicht genommen wird. Im Kapital schrieb Marx dementsprechend: „Après moi le déluge! [Nach mir die Sintflut!; J.H.] ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation.“

In seiner politischen Zielsetzung spricht Malm jedoch ausschließlich als Klimaaktivist, dessen Ziele sich im Ende des fossilen Energiesystems erschöpfen. Der Gegner ist das „fossile Kapital“, verstanden als ein Set bestimmter Rohstoffe und Technologien, sowie einer besonderen Kapitalfraktion, die aus der Förderung und dem Konsum fossiler Brennstoffe Profit schlägt. Trotz aller kommunistischen Rhetorik – Malm präsentiert sich als Vertreter eines „ökologischen Leninismus“ und bezieht sich gerne auf das historische Beispiel der Oktoberrevolution – scheint sich sein politisches Ziel in einer Erneuerung der technologischen Grundlage der Produktion unter Beibehaltung der kapitalistischen Eigentums- und Klassenverhältnisse zu erschöpfen. Damit bliebe das zerstörerische Wertgesetz jedoch intakt und könnte sich beispielsweise in einem nicht wünschenswerten Boom der privaten Elektromobilität niederschlagen.

Eine „Kontrolle sozialer Produktion durch soziale Ein- und Vorsicht, welche die politische Ökonomie der Arbeiterklasse bildet“ (Karl Marx) bleibt bei Malm gänzlich außerhalb des Vorstellungshorizonts, wenn er sich zur Sozialdemokratie à la Sanders und Corbyn bekennt: Ein „Green New Deal oder ein vergleichbares politisches Maßnahmenpaket, das die eingefahrenen Pfade verlässt und die Emissionen Richtung null verrückt (…) wäre selbstverständlich das Best-Case-Szenario, auf das alle Bemühungen abzielen sollten.“

Nun sollte man hier nicht in einen billigen Maximalismus verfallen, denn selbstverständlich wäre ein Ausstieg aus der fossilen Energie ein enormer Gewinn: die Abwendung der totalen Barbarei eines eskalierenden Klimawandels und ein Erhalt der Naturbedingungen, unter denen eine sozialistische Zivilisation überhaupt denkbar wäre. Doch leider sind Malms Überlegungen zur Erreichung dieses Ziels recht dürftig.

Als politisches Subjekt der Veränderung konzentriert sich Malm zunächst auf die Klimabewegungen der westlichen Industrieländer, die quantitativ und qualitativ bislang in den Jahren 2018-2020 den Höhepunkt ihrer Mobilisierung erreicht haben, bevor die Covid-19-Pandemie ihnen vorerst den Wind aus den Segeln genommen hat. Als immanente Schranke für einen Erfolg der Bewegung macht Malm in seinem Pipeline-Buch die Hegemonie eines „strategischen Pazifismus“ aus, der von Gruppen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future vertreten wird.

Die Anhänger dieses pazifistischen Dogmas behaupten, dass allein gewaltfreier Protest massenkompatibel und also erfolgsträchtig sein könne und beziehen sich dabei auf eine Reihe angeblicher historischer Vorbilder, von der Abschaffung der Sklaverei bis zum indischen Unabhängigkeitskampf. Malm kann diese Erzählung mühelos entkräften. In der Folge plädiert er für eine Erweiterung des taktischen Arsenals der Klimabewegungen um ein diffuses Konzept der Sabotage von fossilen Produktionsanlagen einerseits und Gegenständen des privaten Luxuskonsums wie Yachten, SUVs etc. andererseits, ohne dabei radikaleren gewalttätigen Taktiken wie dem bewaffneten Kampf oder gar einem wahllosen Terrorismus das Wort zu reden.

Mit diesen „direkten Aktionen“ aus dem Repertoire der anarchistischen Tradition soll nun aber gerade keine staatenlose Gesellschaft errichtet werden, in der Freie und Gleiche in kollektiver Selbstregierung leben. Die ganze Militanz ist lediglich eine etwas andere Art des Lobbyings, mit dem eine ethisch legitimierte radikale Minderheit auf die politische Klasse an den Schalthebeln des bürgerlichen Staates mehr „Druck ausüben“ kann, wenn sie sich demokratisch nicht durchsetzen kann.

Malm wünscht sich ein entschlossenes Handeln des Staates in den Krisen der Gegenwart und sieht im Krisenmanagement der Covid-19-Pandemie – trotz gewichtiger Kritikpunkte – einen Vorschein einer entschlossenen Klimapolitik. Dass er dieses Staatshandeln ohne jeden ersichtlichen Grund mit dem Kriegskommunismus der Bolschewiki kurzschließt ist eine hochgradig irreführende und gefährliche Verkehrung, die den Klasseninhalt des bürgerlichen Staates verwischt und seiner Notstandspolitik, die im vergangenen Jahr zur völligen politischen Demobilisierung linker Kräfte beigetragen hat, absurderweise einen „revolutionären“ Nimbus verleiht.

Interessant ist, dass Malm am Problem der demokratischen Legitimität ebenso vorbeigeht, wie an der Frage, wie breitere Segmente der Lohnabhängigenklasse für militante Kämpfe um den Erhalt ihrer Lebensbedingungen gewonnen werden könnten. Zwar kritisiert Malm die bürgerlichen XR-Aktivisten im Sakko, die ausgerechnet einen Pendlerzug in einem Londoner Arbeiterviertel als Ziel ihrer ökologischen Störaktion auswählten und dafür von der aufgebrachten Masse vermöbelt wurden. Doch auch Malms populistischen Angriffe auf die SUVs der Reichen ersetzen kein Programm für eine sozialökologische Umgestaltung, das neue Formen des Produzierens, Wohnens, Arbeitens, Reisens usw. bedürfnisorientiert und emissionsarm zugleich entwerfen müsste, statt spektakuläre Symbolpolitik zu betreiben.

Trotz der behaupteten „Diversität und Pluralität“ anzuwendender Taktiken geht Malm merkwürdigerweise weder auf den Parlamentarismus, noch auf die spezifischen Organisationen und Kampfmittel der Arbeiterklasse wie Gewerkschaften, Streiks oder Betriebsbesetzungen ein. Letztlich bleibt er in der politischen Vorstellungswelt der Neuen Sozialen Bewegungen verhaftet, mit ihrer Ein-Punkt-Politik, der Ablösung der Politik von der Arbeitswelt und der Ablehnung formaler Organisierung.

Trotz aller Vorbehalte gegen Malms Antworten lohnt die Lektüre  seiner neuesten Bücher, weil sie die richtige Frage stellen: wie finden wir die Notbremse in diesem Zug, der Richtung Abgrund fährt?

Literatur:

Andreas Malm (2016): Fossil Capital. The Rise of Steam Power and the Roots of Global Warming. London / New York: Verso.
Andreas Malm (2018): The Progress of this Storm. Nature and Society in a Warming World. London / New York: Verso.
Andreas Malm (2020): Klima | x. [Originaltitel: Corona, Climate, Chronic Emergency. War Communism in the Twenty-First Century] Aus dem Englischen von David Frühauf. Berlin: Matthes & Seitz.
Andreas Malm (2020): Wie man eine Pipeline in die Luft jagt. Kämpfen lernen in einer Welt in Flammen. Aus dem Englischen von David Frühauf. Berlin: Matthes & Seitz.
 

[1] Interessante Auseinandersetzungen mit Malms neuen Büchern bieten: Marina Garrisi: Pandemics, Climate Crisis, and „Ecological Leninism“, in: Leftvoice.org, am 7. Februar 2021; Max Ajl: Andreas Malm’s Corona, Crisis, Cronic Emergency, in: The Brooklyn Rail, November 2020; sowie das Gespräch mit Malm in Folge Nr.168 des Podcast Aufhebunga bunga.

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