Editorial

Auf dieser Seite 2 der Versorgerin #124 finden sich beinahe alle, bzw. sehr viele der 123 Covers der Versorgerin seit den 1990er Jahren. Warum? Die Stadtwerkstatt hat das Jahr 2019 anlässlich ihres 40jährigen Bestehens unter den Claim »Stay Unfinished« gestellt und mehrere Dinge dazu geplant. Für die Versorgerin gibt es die Idee, am Ende des Jahres 2019 jeweils ein Exemplar jeder vorhandenen Ausgabe zu einem Buch binden zu lassen. Diese einigen wenigen Buchobjekte, die vermutlich Anfang kommenden Jahres per Hand fertiggestellt sein werden, sind im Format der aktuellen Versorgerin gestaltet – die früheren, etwas anderen Ausgabenformate der 1990er-Jahre, bis 2004 übrigens noch unter dem Namen »Versorger«, sind dabei inkludiert, ebenso die einigen wenigen noch vorhandenen Kleinformate des Beginns. Die so hergestellten Bücher werden nach der aktuellen Schätzung etwa 12 cm dick sein und einen Bildindex enthalten, der aus Covers besteht – eben jenen, die hier in einer Übersicht zu sehen sind. Auch abgebildet auf dieser Seite: Die Versorgerinnen-Ausgaben in der DYI-Presse, bevor sich die Buchbinderin der Sache professionell annimmt.

Was schön ist: Dieses Projekt ist in all seinen analogen und digitalen Auffindungs- und Verarbeitungsprozessen auch Kunst- und Archivarbeit, hat zum Durchsehen früherer Ausgaben verführt, zum Lesen von Texten, zum Wiederauffinden von Ästhetiken und zum Reflektieren über Kunst, Kultur, Transformation und Medien – aus anderer Zeit, aber unglaublicher Aktualität. Die Versorgerin hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Protagonistinnen, ist seit den 1990ern Stadtwerkstattgeschichte, Stadtgeschichte und wirkt darüber hinaus. Sie markierte Entwicklungen in Extranummern, wie etwa in den 1990er-Jahren die Themen der damals entstehenden und immer noch im Haus ansässigen Vereine servus.at und Radio Fro. Nach dieser Phase des Wiederaufspürens alter Print- und digitaler Ausgaben wird nun möglicherweise im kommenden Jahr einiges davon (das Buchobjekt, die Versorgerinnen selbst oder Weiteres) eine Präsentationsform finden. Im Sinne eines »Stay Unfinished« geht es jedenfalls ums Unabgeschlossen-Bleiben.

Was schmerzhaft ist: Kurt Holzinger, der seit den frühen 2000er-Jahren die Versorgerin bis zu diesem Frühjahr geleitet hat, ist Ende Juni dieses Jahres verstorben. Sein Bild am Cover der letzten September-Versorgerin wird nun fast am Ende dieses Buches stehen.

Ein Wort zum Cover dieser Ausgabe #124: Es zeigt Peter Weibel um 1980 in der STWST. Peter Weibel hat 2019 für die STWST ihre »Kunstwährung und Währungskunst«, den Gibling gestaltet. Verschiedene Dinge sind hierzu zu erwerben – siehe Seite 21.

Mit diesen Worten sei die LeserInnenschaft aufgerufen, sich dieses Mal über den Inhalt der Versorgerin selbst Überblick zu verschaffen.

Die Redaktion

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