Rainer Roller rezensiert #7

Share me on:

Als Karin Boyes dystopischer Roman im Herbst 1940 in Stockholm erschien, musste die düstere Geschichte über den Chemiker Leo Kall, der ein Wahrheitsserum erfindet, welches vom totalitären Weltstaat, dem Kall dient, genutzt wird, um zu überprüfen, ob die Untertanen, wenn schon nicht widerständig tätig, dochwohl aber für widerständische Gedanken gescholten gehören, weniger prophetisch, sondern angesichts von Drittem Reich und stalinistischer Sowjetdiktatur eher parabelhaft wirken. Boye — Peter Weiss nennt sie im Dritten Band seiner Ästhetik des Widerstands eine „zarte Mitsoldatin“ — legte mit Kallocain ihren letzten Roman vor. Im April darauf erfor sie in einem Wald bei Alingsås.

Share me on:

Boye, Karin: Kallocain. München: btb Verlag, 2018. Übersetzt aus dem Schwedischen von Paul Berf. ISBN 978-3-442-75775-6, 20,- €, 288 Seiten.