»Not only is it impossible to reanimate a work from the past, but attempts to do so inflict further injury on the corpse.« Joanna Demers
»He’s mad because I’m here.« Wanda Goronski
I. Vagabunden spinnen Seemannsgarn
11:55, karg eintönige Dünenlandschaft, leise anhaltendes Dröhnen des Meers. Menschen am Feuer: eine Bande enthusiastischer Geschichtspartikelsammler vertreibt die Zeit, indem sie mit gemischten Stimmen aus frischgeborgnem Matrial ein Narrativgeflecht webt. Keiner von ihnen ist bekleidet, und doch halten oder benutzen einige Werkzeuge, Waffen oder Musikinstrumente. Auf die Insel sind die Magnettonbandsplitter zusammensammelnden Herumtreiber gekomm einer Botschaft wegen, von einem Vogel überbracht: Das inselansässige Labor für dissonante Zeiterfassung müsse leider die Pforten schließen, denn die Zeit sei reif, die angestrebte Höchstleistung erreicht: Nichts war mehr echt: ewiges Zublinzeln. Nun galts die Archive innerhalb zweier Tage leerzuräum: was zurückbliebe, würd ins Meer geworfen (die Räumlichkeiten wurden scheinbar dringenst benötigt). Fuhren die Vagabunden mit der ersten Fähre hin zur Insel, — wie üppig und glühend das Eiland erschien! — die muffigen Kellerräume, durch feuchte Treppenhäuser zu erreichen, sorgsam zu durchforsten: herausfinden, ob hier Lebendiges („Sieh her: wie eine Schwalbe schwebt da alter Schmerz!“) zu retten war. In den engen Gängen gab es allerlei: akustische Objekte, sonische Artefakte, aus den 1920er Jahren bis zur Gegenwart: Alles liegt in scheinbar unverständlicher Reihenfolge übernander. Das einzige Licht kommt von ein paar Glühbirnen, die unregelmäßig zwischen den Regalen hängen, einen gelben Schein zu werfen auf die alten Geräte, von Rost, Staub, Korrosion gezeichnet. Unter den Füßen bilden sich ölige Pfützen, die einen kränklichen Regenbogen reflektiern, und in der Luft hängt der Geruch alter Chemikalien und Schimmel. Die Magnetbänder lagen in unterschiedlichen Anordnungen herum, längst vergessen von ihren Machern: Fragmente von Geburten, Begräbnissen, Unfällen, Industrie, Krach und vereinzelte experimentelle Atmosphären. Die Vagabunden begannen, Stapel zu bilden, um sie für ihre Sammlung zu retten. Als man sie zu gehen bat, hatten sie mehr Material angehäuft, als dass sie es ohne Frachtschiff ans Festland transportieren könnten. Zu allem Unglück hatte man die letzte Fähre verpasst, bis zur nächsten, die bei Sonnenaufgang ablegen würde, war es noch lang. So hatte man sich am Strande niedergelassen, wo man ein Feuer entfachte, welches man von nur wenig Holz, vor allem aber durch überschüssiges Magnetbandmaterial nährte. Es ist ein wildes Aussortieren. Und während sie die aus den Archiv erhaltenen Dokumente in Schätze und Entbehrliches teilt, beginnt die Gruppe aus den vorliegenden Fragmenten eine Geschichte zu rekonstruieren. Das Lagerfeuer dampft und knistert, der Seemannsgarn wird gesponnen, rohes Mauerwerk errichtet. Die Geschichte handelt von einer Gruppe Fragmentarier, die gern auf der Insel eine Siedlung errichten wollten. Die Insulaner wollten das nicht, hatten aber großes Interesse an – Gier nach – dem, was die Fragmentarier=Geschichtsberserker für den Ort, den man ihnen geben sollte, als Gegenleistung mitbrachten: modernes Aufnahmeequipment: Zeitschleifmaschinen! Man empfing die Fremden, raubte sie aus, massakrierte sie, zerriss die Menschen in tausend Teile, nutzte sie als Baumatrial, schmiss Überflüssiges in Meer und Dünen. Wenn der Nebel – er, der Weiße, weiß, was er treibt – kommt, kehren sie zurück, die Fragmentarier, schreien, brüllen mit einer Stimme voll überirdischem Verlangen. Und der Nebel kommt: die Vagabunden, grade noch im Erzählvorgang, im Geschichtsprozess, rennen davon, verschwinden im Nichts, retten sich in die nahen Dünen.
II. Zimmermann
Mitternacht vorbei. Die Landschaft ist von mehreren großen Kratern geprägt, die mit dunklem, trübem Wasser gefüllt sind, in dem sich nur das Grau des Himmels spiegelt. Zimmermann lenkt seinen Wagen über die Straße, die Asphalttangente entlang in der Absicht, die Insel am Mittelpunkt zu durchschneiden. Da ändert sich das Geräusch, welches die Reifen auf dem Untergrund machen, wird ganz weich: hier, am Platz, dem Brennpunkt des öffentlichen Lebens auf der Insel, einer von Gebäuden umbauten freien Fläche in der Mitte der vollständig vom Ozean umgebenen Landmasse, besteht der Bodenbelag aus wertvollem Material: Knochen? Zimmermann hält den Wagen an: Vor dem wichtigsten Gemäuer des Eilands, dem Festsaal, einer Scheune oder Tenne, steht, im Laternenlicht, die Strandvogtin vor einem frisch verhüllten Monument, nur ein Zoll seines Sockels ist zu sehen. Das neue Denkmal, sagt die Ortsversteherin mit der dick bestellten Brille zum Haltenden, ihn beblickend durch gefärbtes Glas, werde am Abend des eben angebrochenen Tages zur Hundertjahresfeier offenbart.
III. Pflege der nachtaktiven Nazi-Oma im Triebraum Kellerloch
Ankunft im Triebraum: Wir befinden uns nun im Schatten des Bunkers, aber der dumpfe Lärm der verseuchten Oberflächenlandschaft ist immer noch deutlich zu hören. Eine ältere Frau sitzt in einem Sessel und lässt das Eiserne Kreuz ihres verstorbenen Ehemanns sanft durch ihre Finger gleiten. Es wirkt, als starr sie auf eine Apparatur, die mit weißen Spitzenvorhängen verhängt ist und aus massivem Holz besteht. Zimmermann kommt in den planetariumsähnlichen Raum herabgestiegen. Dies geschieht geräuschvoll.
Er knallt die Luke zu. „Ich bin da“, sagt Zimmermann, „ich werde gleich gehen.“ – „Aber wieder gehen: warum das?“, sagt die Anwohnerin, Zimmermann für einen zurückgekehrten Engel haltend, der in ihrem Bunker Zuflucht findet vor dem schrecklichen Dasein oben. Zimmermann überprüft die Bedürfnisse der Patientin. Hunger, Durst, Toilette, Wäsche drängen nicht, doch brauche sie zur Orgelbedienung eine dritte Hand. Bisher hatte Zimmermann den im Bunker installierten Apparat nicht berühren dürfen, nun erhielt er die Verantwortung für einen ganz besondren, scheinbar funktionslosen Registerzug: „Es ist dieser vakant und leere, der stumm und blinde Zug“, erklärt die altgewordne Technikerin, dieser, Nihil genannt – das bedeutet nichts – ist erstens aus Gründen der Symmetrie am Spieltisch angebracht, zweitens und vor allem, weil fehlende Register zum späteren Ausbau vorbereitet sind. Wenn das Register funktionslos ist, was nutzts dann, wenn Zimmermann es zieht? Es helfe, erklärt, mahnt, warnt die audiophile Nazi-Oma, die eindringende Atmosphäre zu entnebeln, dass es möglich wird, aus Stimmen zu empfangen, diese zu trennen, auseinander weben, zu teilen, zu klären, sie zu reinigen, sie reinzuhalten. Zimmermann begreift nicht recht, doch vertraut: ist die Teilung vollbracht, „dann wirst du hören: wirst sehen: Es gibt Figuren, Umrissen, Namen und Klangfüllen: endlose Sinnressourcen werden ins Spiel gebracht. Die Frau ist blind, wurds bereits erwähnt? So spielt die Frau auf den Tasten, Zimmermann ist bemüht, der ihm zugeteilten Aufgabe zu entsprechen: Er muss die leeren, die fehlenden Register ziehen. Die Oma: Die Welt verdunkelt sich vor mir, blind tappe ich herum: Ist dies ein Mensch? Ist das ein Tier? Doch, versichert die Ingenieurin dem Azubi mit einem präzis gesetzten Pfiff, mit Geduld und Kontrolle kommt erst ein Stimmengewirr zum Vorschein, vergleichbar zu vielen parallel geführten Gebeten; bald wird die Wolke immer reiner, lässt die Techniker immer näher an sich ran, gewährt immer genauer ausgeführten Einblick. Jetzt: Aus dem Hintergrund ist das Weinen eines Kindes zu hören. Aus dem Universum in den Bunker herabgeführt werden die Resonanzen durch die an die Oberfläche führenden zinn- und bleilegierten Rohre: doch gehn durch sie nicht nur die Klänge runter, sondern von ihnen, den Orgelpfeifen aus, werden auch Geräuschkulissen hinaufgeschickt: „So“, erklärt die Studiobetreiberin, wird der eingesammelte, vom gewünschten Material geschiedene, aussortierte Tonabfall – Krach und Dissonanzen – in die Atmosphäre – bei durchschnittlichem Gebrauch lediglich in die unmittelbare Nähe des Bunkers – abgegeben. Diese Vorgänge geschehen parallel, weshalb, in der nahen Dünenlandschaft, verängstigte Vagabunden nicht mehr nur vom rauschenden Nebel verfolgt, sondern zudem von unerklärlichen Tonfragmenten – Abfallfrequenzen – heimgesucht zu werden meinen, um Hilfe schreien und fluchen. Doch all das Klagen, die Leidensschilderei: Was soll das bringen? Nun, Zimmermann und Nazi-Oma werden auf diese Weise bald erreicht, sie hören die Fremden durch die Apparatur. Die Stimmen der Vagabunden sind noch immer stark verschmutzt, unrein und gemischt. Noch immer spinnen sie. Die Alte fackelt nicht lang, will den Flehenden einen Leitpfad zukommen lassen, der sie ihrem Geschichtskonstrukt entreisst. Sie generiert eine als Rettungs- und Notanker gedachte semiotischsonische Kette bündigkurzer Melodien: ein Motiv, variabel und dynamisch genug, die chronische Choristen getrennt empfangenden Seelen zu nuanciern: die Verwandlung einer Einheit zum losen Gefüge von Solisten durch personalisiert agierende Anekdoten, jenen beliebten Ausgangspunkten der Erinnerungsinszenierung: Materiebälle, verbunden durch Haken und Ösen. So leicht aber lässt der Nebel nicht sich überlisten: Das rasant prozessierte Kennmotiv, mehrarmig und ausgesandt, sich zu krümmen, sich zu biegen, bis die verlorn gegangen Seelen wieder am narrativen Eisenhaken festgemacht sind – zumindest temporär –, fällt, in der Umwelt platziert (in die Umwelt projiziert) gleich brühendem Rauch, schwerfällig zur Erde. Von Bunker und Spieltisch wird der gescheiterte Prozess belauscht. Wie reagiern? Die erzeugte Entität, herb und trocken herabgefallne Ausgeburt, schweigt. Derweil hören sie im Bunker, klar, dass man es wahrhaftig sieht, eine Frau: sie kauert, wackelt. „Man kann sie diesem Schicksal doch nicht überlassen!“, spricht jetzt Zimmermann. Seine Kommandantin greift zum nächsten Konzept: Röntgenaufnahmen!: „Du musst für mich das Auge sein“, sagt die Frau, beobachte es genau. An der Bunkerwand erscheinen blaue Linien, die das im Moment des Empfangs simultan arrangierte Klangkonvolut visualisieren. Was siehst du, Zimmermann? Da, wie hallend ein Schrei erstickt: „Eine Doppelgängerin!“ Wirds ihm übel, will er weg. Ists ihm zu viel! Die Gastgeberin greift der Unterstützungskraft nach der Hand, hält sie fest. Zimmermann – im Versuch die bereits stattfindende Handlung zu unterbinden – reisst sich los. So hat die Nazi-Oma nur die Hand in der Hand: die künstliche Hinzugabe, keinen Körper dazu. ..
IV. Zimmermann nimmt eine Anhalterin mit
Draußen dichte Luft, dazu empfindungsfähiger, rollender Nebel mit einem eigenen Willen. Im Auto, am Heimweg auf der Küstenstraße, sieht Zimmermann im Dunkel die Hand einer Person: Sie macht deutlich Daumen, will mitgenommen werden. Eine ungefähr vierzig Jahre alte Frau tritt in den Scheinwurf des Fahrzeugs, steigt in den Wagen ein. Sie zittert, hat eine schlimme Schramme im Gesicht. Wo sie war? Es stellt sich heraus dass es sich bei der Anhalterin um eine Herumtreiberin ohne Gedächtnis handelt: Ihr ist, als hätte sie es eben noch gewusst: Als wär sie innerhalb weniger Sekunden von ihrem früheren Leben getrennt worden. Sie trägt ein weißes Nachthemd, scheint gerade aus dem Schlaf erwacht zu sein: Ihr blondes Haar ist zerzaust. Vielleicht war sie ein Objekt, dass nun, nach einer vorgegebenen Verzögerung, wieder eingeführt wird, nachdem es entfernt wurde als Reaktion auf bestimmte Ereignisse. Die Fahrt endet bei Zimmermanns Hütte, einsam gelegen, angeräumt mit, wie der Mann erläutert, Magnetspulenendlosschleifapparaturen. Stellt sich raus, Zimmermann war einst Physiker, schwer beschäftigt mit Magnetspektren und dergleichen. Doch auf dem Festland, wo er eine Forschungsanstellung gefunden hatte, plagte den Wissenschaftler der Heuschnupfen, so kehrte er zurück auf seine pollenarme Heimatinsel. Ihm gefällt es hier: das gebannte Starren in die Projektion des alles umhüllenden Nebels erinnert ihn an die Naturzyklen, die die ersten Parameter zur Messung der Zeit gewesen sind. Und seine von ihm in der Freizeit bediente Zeitschleifmaschine macht nen intressanten Eindruck: diverse Bild- und Tonträger als nackte, nichtkomponierte Apparaturen: bringen hervor: Projektionsstrahlen, Knistern: Da kommen Gefühle hoch, werden Erinnerungen heraufbeschworen: Diese Stimulationen stellen unendliche Loops dar, die keinen Anfang und kein Ende benötigen, denn sie müssen sich nirgends verorten: Bilder und Töne haben keine Räumlichkeit, vielmehr versetzen sie den Menschen in eine Art TRANCE: genau wie beim Blick in ein (in das!) Lagerfeuer!: aus Faszination am Ähnlichen ergibt sich der Betrachter, opfert bereitwillig jede Differenz: Dauer und Moment schmelzen durch die Wahrnehmung des vermeintlich Immergleichen. „Aber mit dieser Technik, lieber Zimmermann“, sagt Wanda dann, „Kommst du niemals an den Glanz, der über die Präsenz hinausgeht, heran: Du versammelst bloß Strahlen eines Überschusses: lagerst ab, was gegeben ist, verfügbar.“ Zimmermann zitiert seinem Gast – bewusst oder unbewusst – Leonora Carrington in eigen freier Übersetzung: „Ich träume immer wieder“, sagt er, „dass ich tot bin und meine eigene Leiche begraben muss. Das ist äußerst unangenehm, da der Leichnam bereits zu verwesen beginnt und ich nicht weiß, wo ich ihn hinlegen soll.“ Und während Zimmermann seine Magnetbandpraxis macht, die destruktive Kraft der Zeit demonstrierend, mahnt Wanda ihn, die – eigene – Leiche nicht zu schänden, ihr nicht weitere Verletzungen hinzuzufügen im Versuch, vergangne Werke zu reanimieren. Weil: „Das kriegst nie hin: is unmöglich.“ Er schweigt da nur, wieder in der eignen Welt „schau mich an“, sagt sie: „Ich würd wirklich gern mit dir sprechen.“
V. Existenz als Zeitfragment
Um sich das alles zu finanziern, das skurille Leben eines Eremiten, hat Zimmermann, wie gesagt, eine Stelle als Gärtner angenommen. Man hatte ihm die Anstellung vermittelt, er konnte ja nicht wissen, wie es um den Zustand des „Gartens“ steht! Der Garten war ein Friedhof: der Friedhof der Namen und Heimatlosen, auf dem für, über Bord gegangene und ertrunkene Seeleute, an der Insel Strände gespült als unbekannte Leichen, allerhand schlichte Holzkreuze errichtet sind, auf denen das jeweilige Funddatum vermerkt ist. Das war nicht immer so: bevors den Friedhof der Namenlosen gab, überließ man die Leichen sich selbst, verscharrte sie, war man motiviert, in den Dünen. Angeschwemmte Leichen, die anhand mitgeführter Dokumente identifizierbar waren, bahrte man in einem schwarzen Schuppen im Nebel auf oder beerdigte sie provisorisch, bis Angehörige die Leichen abholten, um sie in der Heimat zu bestatten. Auch manch identitätsloser Toter hatte es gut und wurd vom Strandvogt in einer Dodenmannskist gelagert. Wie die Kurgäste mehr und mehr die Insel aufsuchten, wollten die Bewohner*innen nicht als barbarisch gelten und so wars eben jener Strandvogt, der ein Stück Land zu stiften bereit erklärte sich, tada: Friedhof am Ortsrand auf der höchsten Erhebung des Orts, westlich der Windmühle.
Hier pflegt jetzt also Zimmermann mit viel Arbeitseinsatz das Areal, das umgeben ist von hochgewachsenen Gebüschen, aus denen sich zwei Skulpturen auf hölzernen Masten erheben. Zimmermann ist als Friedhofsgärtner auf dem Friedhof der Namen- und Heimatlosen für die Pflege eines kleinen Territoriums zuständig. Bevor der Zimmermann auf die Insel zurückkehrte, hier diese Stellung anzutreten, war der Friedhof sehr verwuchert. Den Friedhof gibt es seit ein hundert Jahren. Damals hat der Strandvogt dieses Stück Land gespendet. Bis dahin hatte man die unidentifizierbaren Leichen, die vom Meer an den Strand gespült worden, einfach in den Dünen verschart. Jetzt stehen auf den Gräbern schlichte Holzkreuze, auf denen die Funddaten der Körper vermerkt sind. Zimmermann hat eine Grube gegraben, war, zwei Schaufeln statt Händen, auch ins Loch gefallen, ihm aber wieder entstiegen. Er, erschöpft, stark verschmutzt, ruht im Schatten. Es kommt an: WANDA, ihr Gesicht vom Schlafmangel geschwollen: die Frau betrachtet die Grube, dann sieht sie den Mann. Sie fragt den Gärtner, auf das menschenleere Loch im Boden zeigend, ob er die Leiche weggetragen hat. „Wo hast du sie hingelegt?“, fragt sie. Als der Gärtner hervortritt, sie beim Namen nennt, weiß Wanda wieder, wer das ist, mit wem sie da spricht. Jetzt erst merkt sie es, wie hatte sie ihn (es) vorher übersehen können; er glänzt! Statt einer (rechten) Hand hat er jetzt eine Schaufel (vielleicht sogar zwei Schaufeln?) Sie versucht nun offenbar, ihn zu küssen oder umarmen. Der Gärtner, umhüllt von Erde, Schweiß und Öl, weicht zurück. „Berühr mich nicht“, sagt er zu ihr. — er lässt sich nicht berühren (Nebelfilmumzogen: triefend Öl) Sie meint, er solle sich beruhigen. Sie könne ihm helfen, sei Reanimatorin ja von Beruf: „Ich kann dich befreien: Es gibt nichts und niemanden zu zeigen, nichts oder niemanden zu enthüllen oder zu offenbaren.“